Qualitätsmanagement
Die Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen wie ISO 9000
wird immer mehr eine Notwendigkeit für die KMU, um sich zu modernisieren
und Kundenerwartungen angemessenen zufriedenzustellen. Für KMU-Exportunternehmen
sollte ISO 9000 ein "muss" sein.
KMU, die ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken wollen, müssen
umfangreiche Qualifizierungsmassnahmen durchführen.
Das betrifft nicht nur Unternehmen, die sich in die internationale
Arena begeben, sondern auch jene, die nur für den Binnenmarkt
fertigen, sich aber in anspruchsvolle Zulieferbeziehungen integrieren
wollen. Teilweise erfordert das auch beträchtliche Modernisierungsinvestitionen.
Für die internationalen Wettbewerber ist das Qualitätsmanagementsystem
(QMS) ISO 9000 längst zu einem selbstverständlichen Standard
geworden, viele Firmen haben noch anspruchsvollere Systeme implementiert.
Die neue Version ISO 9000:2000 stellt noch deutlicher die Erfüllung
der Kundenerwartungen in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns;
die Firmen müssen sich Zug um Zug nach Qualitätsgesichtspunkten
reorganisieren und ihre Mitarbeiter aktiv in diesen Prozess einbeziehen.
In Umfragen wurden die positiven Ergebnisse nach der Implementierung
von ISO 9000 belegt. Bei den befragten Firmen stiegen u.a. Gewinn
(8%), Produktivität (6%), Kapazitätsausnutzung (um 30%)
sowie Kundenzufriedenheit (70% !). Gleichzeitig verminderten sich
u.a. die Lagerbestände (um 40%), Ausschuss (10%), Nachbearbeitung
bei Mängeln (51%) und Kundenreklamationen (40%).
In den Entwicklungsländern sind QMS bei den KMU kaum anzutreffen.
In Peru z.B. gibt es nur 10 bis 15 kleine oder mittelgrosse Industrieunternehmen,
die ISO 9000 implementieren - und z.T. zertifiziert haben -, darunter
ist nur ein Exporteur! QMS werden als Kosten, nicht als Investition
angesehen. Etwas anders sieht es bei HACCP (Hazard Analysis and
Critical Control Points) aus, ein Verfahren, das z.T. in Unternehmen,
die Nahrungsmittel verarbeiten, eingesetzt wird. Da hier keine Zertifizierung
durchgeführt wird, beschränken sich sehr viele KMU auf
die Ausarbeitung des entsprechenden "Handbuchs", ohne
es zu implementieren. Die Folge ist, dass die USA und die Länder
der Europäischen Union immer wieder Nahrungsmittellieferungen
zurückgehen lassen, weils sie den hygienischen Anforderungen
nicht entsprechen.
Welche Massnahmen können die internationalen Entwicklungsorganisationen
in diesem Bereich fördern? Ich nenne hier einige:
-
Stärkung von staatlichen Förderinstitutionen, die
im Bereich der Qualitätssicherung tätig sind oder
sein könnten (z.B. Gesundheitsbehörde, Exportförderungsinstitution;
Normierungsbehörde)
-
Sensibilisierungsmassnahmen bei Industrie- und Handelskammern
und Verbänden
-
Verbreitung von Beispielen von "best practice"
-
Pilotmassnahmen in einzelnen Firmen und Verbreitung der gewonnenen
Erfahrungen
-
Förderung und Unterstützung von Firmen, die entsprechende
Dienstleistungen anbieten wollen
-
Besuch von inländischen und ausländischen Unternehmen
mit "best practice"
-
Organisation von Informations- und Erfahrungsaustausch
Persönliche Expertise: Konzeption und Durchführung eines
Programmes zur Implementierung von ISO 9000, ISO 14000, SA 8000,
HACCP und Good Practices of Manufacture (GPM) bei 40 peruanischen
KMU.
Die finanzielle Eigenbeteiligung betrug 50% bis 70%. Investitionskosten
müssen die Firmen zu hundert Prozent tragen; gefördert
wurden nur Ausbildungsmassnahmen. Die Methodologie wurde im Februar
2001 mit ISO 9000 durch SGS Belgien zertifiziert.
Sie können die entsprechende
Broschüre (auf Englisch) sowie Auszüge aus dem Qualitätsmanagement-Handbuch
des Projektes lesen.
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