Technologische Missionen
Anhand Technologischer Missionen, die Betriebsbesuche und praxisbezogene
Kurse in OECD-Länder umfassen, können KMU Lernprozesse in Gang setzen
und ihre Innovationsfähigkeit erhöhen.
Das Produktivitätsniveau der KMU in den Entwicklungsländern
ist weit geringer als das der einheimischen Grossunternehmen; meist
erreichen sie nur zwischen 20% und 50% des Niveaus. Die Innovationsfähigkeit
ist äusserst gering ausgeprägt und wird auch kaum vermisst,
da die KMU zum überwiegenden Teil traditionelle Konsumgüter
(z.B. Schuhe, Kleidung, einfache Nahrungsmittel) für jene Marktsegmente
herstellen, in denen nur niedrige Preise gezahlt werden.
Die Gründe für die generelle mangelnde Innovationsfähigkeit
sind:
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Mangel an spezialisierten Fachkräften
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Kaum ein Grossunternehmen, geschweige denn KMU, betreibt Forschung
und Entwicklung (F&E)
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In den meisten Entwicklungsländern gibt es keine funktionierenden
öffentliche F&E-Institutionen
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Zwischenbetriebliche, arbeitsteilige Kooperation existiert
kaum. Effizienz nimmt aber bei Spezialisierung zu
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Die Phase der Importsubstitution bzw. Der Planwirtschaft hatte
die Anreize für Innovation zunichte gemacht, da der Wettbewerb
drastisch eingeschränkt wurde. Die entsprechende Mentalität
ist immer noch weit verbreitet
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Qualitätsmanagement ist sehr schwach entwickelt oder existiert
gar nicht
Ich kann hier nicht auf den breiten Fächer von innovationsfördernden
Massnahmen eingehen. Eine der vielen Möglichkeiten, die Innovationsfähigkeit
zu steigern, ist die Durchführung von sog. Technologischen
Missionen in OECD-Länder. KMU (Exporteure, potentielle Exporteure
oder auch lokale Hersteller) besuchen mittelständische Unternehmen
ihrer Branche, um "best practices" in Fertigungsverfahren,
Qualitätsmanagement, Design usw. kennenzulernen. Sie erwerben
Kenntnisse bzgl. der Anfordungen an ausländische Zulieferer
sowie den Marktzugang. Parallel zu den Firmenbesuchen werden praxisbezogene
Seminare besucht.
Solch eine Mission wurde im März 2001 mit Führungskräften
aus zehn peruanischen kleinen und mittelgrossen Bekleidungsunternehmen
in Reutlingen in Zusammenarbeit mit der Export-Akademie
Baden-Württemberg (Teil der Fachhochschule Reutlingen)
durchgeführt. Die Mission war so erfolgreich, dass eine zweite
Mission im November 2001 durchgeführt wurde. - Die peruanischen
Firmen bezahlen zwei Drittel der Kosten!
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